Noch Fragen? Nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt mit uns auf:
0 23 65 / 20 71 6 - 0
post@rechtsanwalt-hermann.de
Anfahrt
Kanzlei in Marl
Bebelstraße 13
45770 Marl
Tel.: 0 23 65 / 20 71 60
Fax: 0 23 65 / 20 71 613
post@rechtsanwalt-hermann.de
Kanzlei in Oberhausen
Centroallee 269
46047 Oberhausen
Tel.: 0208 / 82 86 70 90
Fax: 0208 / 82 86 70 91
post@rechtsanwalt-hermann.de
Nutzen Sie unseren Rückrufservice!
Wir rufen Sie innerhalb von 24 Stunden zurück!
Terminvergabe innerhalb von 3 Tagen!
PRESSEMITTEILUNGEN ZUM THEMA "GEBURTSSCHADEN X"
- Kunstfehler: Mutter kämpft um ihr Recht
- Muna Abdi kämpft für ihren Sohn
- Urlaub im Regenbogenland
- 16 Millionen Euro für einen falschen Not-Kaiserschnitt
- Nach Kreißsaal-Problem: Ein Haus für Sohn Abschir
- Kunstfehler: Weitere Zahlung an Familie
- Das ist Deutschlands traurigster Millionär (14)
- Kunstfehler: Eine Mutter kämpft um die Pflege ihres Kindes
- 1,7 Millionen sind nicht genug
Westdeutsche Zeitung vom 11.10.2012 - Kunstfehler: Mutter kämpft um ihr Recht
Über 15 Jahre nach einem verhängnisvollen Kunstfehler im Josefhospital dauert der Streit mit der Versicherung immer noch an
|
Krefeld. Das Grundstück für ein behindertengerechtes Haus in Meerbusch-Strümp hat Muna Abdi gekauft, doch bauen kann sie nicht: Trotz eines eindeutigen Gerichtsurteils nach dem Kunstfehler bei der Geburt ihres Sohnes vor über 15 Jahren im Josefshospital und einer Einigung im Februar hat die Versicherung des Krankenhausträgers bislang nur die Kosten für den Pflegeaufwand gezahlt. Dabei hatte das Oberlandesgericht 2009 entschieden, dass dem Kläger (der schwerstbehinderte Junge) „alle materiellen Schäden zu ersetzen sind, die ihm infolge der fehlerhaften Geburtsleitung entstanden sind“. Nach Berechnungen der Marler Patientenanwälte Stefan Hermann und Sabrina Diehl könnte es letztlich um 16 Millionen Euro gehen, inklusive lebenslangem Verdienstausfall. Denn ein Gutachter hat dem 15 Jahre alten Abschir eine normale Lebenserwartung prognostiziert. Patientenanwalt spricht von einem „Spiel auf Zeit“ der Versicherung „Es ist eine Frechheit“, sagen die im Arzthaftungsrecht versierten Anwälte, „dass die Versicherung nur 15000 Euro für ein Grundstück zahlen will, das 145 000 Euro plus 20 000 Euro Steuern und Notarkosten gekostet hat.“ Ein behinderter Architekt aus Kaarst, Spezialist für solche Häuser und anerkannter Sachverständiger, hat die Pläne für das Haus fertig – doch die Versicherung will die Baupläne durch einen weiteren Sachverständigen prüfen lassen. Am Mittwoch teilte Margit Haller von der Aachen Münchener Versicherung mit, dass am 4. Oktober eine Abschlagszahlung von 80 000 Euro angewiesen worden sei. „Für die Erstattung von Mehraufwand warten wir noch auf Unterlagen“. Muna Abdi steht vor einem Haufen finanzieller und organisatorischer Probleme. Ihr spastisch gelähmter und hirnorganisch geschädigter Sohn wiegt gut 35 Kilo und ist stark gewachsen. „Es ist selbst für das Pflegepersonal kaum noch möglich, ihn in dem engen Badezimmer in die Wanne zu heben.“ „Nach den Herbstferien übernimmt der Landschaftsverband nicht mehr den Einzeltransport zur Förderschule. Dann muss eine Krankenschwester den Jungen begleiten.“ Der schwerstbehinderte Junge besucht die Förderschule in Traar Denn ein etwa einstündiger Sammeltransport mit anderen behinderten Kindern von der Wohnung in Lank zur Gerhard-Jansen-Schule am Luiter Weg in Traar ist dem schwerstbehinderten Jungen laut Arzt-Attest nicht zumutbar. Muna Abdi, gebürtige Somalierin und alleinerziehende Mutter von insgesamt vier Kindern, hat einen Kleinbus angeschafft, mit dem sie ihren an den Rollstuhl gefesselten Sohn von der Schule abholt. Sie selbst erhält für die Pflege des Jungen einen Satz von 12,50 Euro die Stunde, die Pflegekräfte das Dreifache. Sollte der Hausbau nicht in absehbarer Zeit möglich sein, muss die Familie erst einmal eine behindertengerechte Wohnung suchen. „Für Abschir brauchen wir zwingend ein anderes Badezimmer.“ |
Meerbuscher Nachrichten vom 26.09.2012 - Muna Abdi kämpft für ihren Sohn
Die Meerbuscherin Muna Abdi muss ein Leben lang ihren schwerbehinderten Sohn pflegen. Jetzt will sie ein bearrierefreies Haus bauen - nicht ohne Probleme
|
Meerbusch. Die Meerbuscherin Muna Abdi kämpft weiter um ihr Recht und vor allem für ein würdiges Leben ihres Sohnes. Denn der ist von Geburt an schwerstbehindert. Der heute fast 15-jährige Abschir kam im Kreißsaal des St. Josefshospitals in Uerdingen zu Welt. |
Westdeutsche Zeitung vom 09.04.2012 - Urlaub im Regenbogenland
Der 14-jährige Abschir Abdi schnappt mit Mutter und den drei Schwestern Nordseeluft in einem Kinderhospiz-Heim.
|
Meerbusch. Karsamstag haben sie den Kleinbus vollgepackt und sind wohlgemut in die Osterfrische gefahren: Muna Abdi, ihre drei Töchter Abschira, Farhiya und Idil sowie der schwerstbehindete Sohn Abschir (14). Die Familie der alleinerziehende Somalierin aus Lank, deren Sohn durch eine Kette von „Kunstfehlern“ im Uerdinger Josefshospital bei der Geburt am 20. Juli 1997 viel zu lange ohne Sauerstoffzufuhr war, schnappt eine Woche lang Nordseeluft in der Nähe von Hamburg – und zwar im Kinderhospiz „Regenbogenland“. Dieses Hospiz ist nicht als letzte Station zu verstehen. Die Situation in der Familie hat sich seit Mitte Dezember, als die WZ zum ersten Mal über den Fall berichtete, entspannt. Die Aachener-Münchener Versicherung, die für den damals verantwortlichen Arzt und den Krankenhausträger einspringt, hat inzwischen alle aufgelaufenen Kosten aus den vergangenen 14 Jahren beglichen. „Wir haben sogar einen Vorschuss für fünf Monate erwirkt“, sagt Anwältin Sabrina Diehl von der Kanzlei Hermann in Marl. Das war nicht immer so. Pflegedienst verlangt 23 808 Euro im Monat So wird der Sachbearbeiter des Versicherungskonzerns genauso irritiert geschaut haben wie die Freunde der Familie Abdi, als er den Kostenvoranschlag eines Meerbuscher Pflegedienstes für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung des 14-Jährigen in den Händen hielt: 23 808 Euro bei „24 Stunden Assistenz“ für den Monat Januar. Wegen des Rückenleidens der Mutter, die den immer schwerer werdenden Jungen nicht mehr ohne weitere Hilfe heben kann, ist dieser Pflegedienst in der Lanker Siedlung bereits aufgelaufen. Doch Muna Abdi hat keine guten Erfahrungen gesammelt: „Manchmal kamen die Mitarbeiter gar nicht.“ Demnächst will sie den auf schwerstbehinderte Kinder spezialisierten Dienst „Kid’s Home“ aus Mönchengladbach bemühen. Die Somalierin weiß aber: „Viel billiger ist der nicht“. Bei diesen Summen für den Pflegeaufwand des Jungen war es eine weise Entscheidung von Muna Abdi, sich nicht auf den Deal ihres früheren Anwaltes mit der Versicherung einzulassen. Bei der von einem Mediziner prognostizierten Lebenserwartung des körperlich und geistig behinderten Kindes wären die ausgehandelten 1,7 Millionen Euro viel zu früh verbraucht. Vom Vater des Kindes, einem Spediteur mit mehreren Wohnsitzen (unter anderem in Baden-Württemberg und Sambia) ist außer kurzen Besuchen nichts zu erwarten. Gereift sind die Pläne für ein behindertengerechtes Eigenheim in Strümp. „Das Familiengericht hat akzeptiert, dass mein Sohn als Miteigentümer ins Grundbuch eingetragen wird. Das ist die Voraussetzung für die Leistung der Versicherung“. Ein Notar für die Abwicklung des Kaufs ist eingeschaltet, ein selbst behinderter Architekt wird das Häuschen in der Siedlung an der Heinrich-Heine-Straße in Strümp entwerfen. Angehörige wohnen in separaten Apartments. Medizinisch ist die Situation um einiges komplizierter: Gegen die Schmerzen im Rücken hat Abschir eine Botox-Therapie bekommen. Doch nach drei Monaten lässt die Wirkung des Nervengiftes nach, und die Ärzte müssen sich etwas Neues einfallen lassen. Eine Operation wird als zu gefährlich eingestuft. Der Junge, der vormittags in der Krefelder Ulrich-Lange-Stiftung betreut wird, erhält jetzt zweimal in der Woche eine Wassertherapie in der Osterather Reha-Klinik. Abschirs Schwestern haben sich auf den Aufenthalt im „Regenbogenland“ lange gefreut. Denn dort leben die Angehörigen in separaten Apartments. Die Patienten erleben ein spezielles Programm. Am Nordseestrand tanken sie gemeinsam frische Luft. |
Meerbuscher Nachrichten vom 18.04.2012 - 16 Millionen Euro für einen falschen Not-Kaiserschnitt
Die in Meerbusch lebende Muna Abdi kämpft für das Wohl ihres Sohnes. Wegen einem fehlerhaften Not-Kaiserschnitt ist der heute 14-jährige Abschir Abdi schwerstbehindert.
|
Meerbusch. Eigentlich sollte die Geburt eines Kindes immer ein erfreuliches Ereignis sein. Doch im Falle von Muna Abdi aus Meerbusch war es leider anders. Eine Notoperation mit Kaiserschnitt sollte das Leben ihres Sohnes für immer verändern. Am 20. Juli 1997 kam Abschir Abdi im St. Josefhopsital in Uerdingen zu Welt. Doch etwas lief schief während der OP - das Gehirn des Säuglings bekam zu lange keinen oder nur unzureichend Sauerstoff. Das Ergebnis war verheerend: Der heute 14-jährige ist seit seiner Geburt schwerstbehindert. Eine Lebenslange Aufgabe für die Mutter. |
Westdeutsche Zeitung vom 02.02.2012 - Kunstfehler: Weitere Zahlung an Familie
|
Krefeld. Weitere 250 000 Euro hat die Versicherung des Uerdinger St. Josefshospitals an die Familie Abdi in Lank gezahlt – 14 Jahre nach den verhängnisvollen Fehlern bei der Geburt des Jungen Abschir. Damit sind bislang 650 000 Euro an Schadensersatz geflossen. „Die Aufwendungen aus der Vergangenheit sind damit abgegolten“: Das sagen unisono die Mutter des schwerstbehinderten Kindes und der Pressesprecher der Aachen-Münchener Versicherung, Andreas Krosta. Bevor die WZ kurz vor Weihnachten erstmals über den Fall berichtete, sah es noch nach einem „Auf-Zeit-Spiel“ der Versicherung aus. Am Dienstag dieser Woche gab es mit allen Beteiligten Gespräch in der Kanzlei des Marler Patientenanwaltes Stefan Hermann, das von allen Seiten als „konstruktiv“ bezeichnet wird. Am 23. Februar wird eine neutrale Pflegegutachterin den Aufwand prüfen, der tagaus, tagein für Abschir Abdi nötig ist. Krosta: „Danach werden wir uns wieder zusammensetzen“. Mutter Muna Abdi könnte jetzt das Grundstück für ein behindertengerechtes Einfamilienhaus in Strümp kaufen. Allerdings muss noch das Familiengericht in Neuss zustimmen, dass der Sohn als Miteigentümer im Grundbuch eingetragen wird. Die Versicherung von verantwortlichem Arzt und Klinik signalisiert, die Mehrkosten für den behindertengerechten Bau zu übernehmen sowie durch eine Zahlung auf Rentenbasis die lebenslange Pflege des Kindes zu gewährleisten. |
Bild-Zeitung vom 10.01.2012 - Das ist Deutschlands traurigster Millionär (14)
Bis zu 6 Millionen Euro für verpfuschte Geburt
|
Krefeld – Von Geburt an war das Leben des Jungen mit den großen, dunklen Augen verpfuscht. Weil eine OP-Schwester fehlte, die Ärzte zu lange mit dem Kaiserschnitt warteten, kam Abschir schwer behindert auf die Welt. 14 Minuten entschieden das Schicksal des 14-Jährigen. Jetzt geht es nach einem Gerichtsurteil um sechs Millionen Euro Schadenersatz! Mutter Muna A. (30) aus Meerbusch hatte sich so auf ihr viertes Kind gefreut. Endlich kam er, der Stammhalter nach drei Töchtern. Der Geburtstermin wurde für August 1997 errechnet. Und die Schwangerschaft mit dem Wunschkind verlief zunächst problemlos. Doch dann nahm das Drama seinen Lauf: Drei Wochen vor der geplanten Geburt ging die Mutter in ein Krankenhaus bei Düsseldorf. Die Schock-Diagnose Leichte Wehen, aber keine Herztöne des Wunschkindes! Ein Notfall! Die Ärzte leiteten einen Kaiserschnitt ein. Doch die Geburt dauerte zu lange, 34 Minuten. Weil eine Schwester zu spät kam, die die OP-Instrumente reicht... Arzthaftungsexperte Stefan Hermann (46) zu BILD.de: „Die Rechtsprechung erlaubt maximal 20 Minuten. Dann muss das Kind entbunden sein.“ 14 Minuten Verzögerung machten Wunschkind Abschir zu einem lebenslangen Pflegefall! Ärztepfusch! Das Landgericht Krefeld wies die erste Klage des behinderten Jungen noch zurück. Die Begründung: Für ein kleines Krankenhaus mit relativ wenigen Ärzten sei die Vorgabe von 20 Minuten zu streng. Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf gab der Klage abschließend statt. Begründung hier: Die Hebamme hätte bei der Operation einspringen und assistieren können, um Abschir schneller zur Welt zu bringen. Das Urteil: 250 000 Euro Schmerzensgeld musste die Versicherung des Pfusch-Krankenhauses nach dem Urteil von August 2009 zahlen – plus 40 000 Euro Zinsen. Was aber noch viel teurer zu stehen kommt, ist der Schadenersatz für Vergangenheit und Zukunft – bis zu Abschirs Tod. Der schwerst behinderte Junge muss rund um die Uhr versorgt werden. Seine Mutter Muna kümmert sich rührend um ihn, ein anstrengender Vollzeitjob. Er ist mittlerweile so groß und schwer dass die Mutter in eine behindertengerechte Wohnung ziehen muss. Schon allein, um ihn in die Badewanne zu heben, braucht sie eine zweite Kraft. Derzeit schläft die Mutter mit ihrem Kind noch in einem Zimmer. Unhaltbare Zustände! Als sie vor Weihnachten mit Nierenversagen in die Klinik musste, kam der Junge in ein Hospiz. Ein Ort, wo gestorben wird, für ein Kind, das leben will. Unhaltbare Zustände! Ein Sachverständiger hat dem Jungen eine normale Lebenserwartung attestiert. Für Männer liegt diese in Deutschland bei über 77 Jahren. Die Hochrechnung des Gesamtschadens beläuft sich allein bis zum Rentenalter – ohne die Kosten der Krankenkasse – auf rund sechs Millionen Euro! Mindestens! Die Versicherung hat neben dem Schmerzensgeld bislang nur 400 000 Euro Vorschuss gezahlt, also insgesamt rund 700 000 Euro. Sicher ist: Abschir wird Deutschlands traurigster Millionär! Denn die Versicherung hatte von sich aus schon 1,7 Millionen Euro als Gesamtvergleich angeboten. Zu eindeutig ist der tragische Fall von Ärztepfusch. Aber der Vorschlag reicht der Familie nicht aus, um den Jungen zu pflegen. Patienten-Anwältin Sabrina Diehl (30): „Wir könnten bis zu 16 Millionen Euro einfordern. Es geht der Mutter nicht ums schnelle Geld, sondern um die Absicherung ihres Sohnes. Für sie ziehen sich die Verhandlungen quälend-endlos in die Länge. Sie weiß nicht, was später sein wird, wenn sie sich altersbedingt nicht mehr selbst um den erwachsenen Abschir kümmern kann.“ Spätestens dann muss eine professionelle Pflege gesichert sein – und allein die kostet sehr, sehr viel Geld. Aktuell 23 000 Euro – pro Monat! Auf Anfrage von BILD.de erklärte die Versicherung jetzt: „Wir sind an einer Einigung interessiert, haben nichts gegen eine lebenslange Rentenzahlung, akzeptieren aber auch jede andere Lösung.“ Das erste Millionen-Angebot steht noch. Anfang Februar wird neu verhandelt. |
Westdeutsche Zeitung vom 22.12.2011 - Kunstfehler: Eine Mutter kämpft um die Pflege ihres Kindes
1997 ist Abschir nach verspätetem Kaiserschnitt mit schwersten Behinderungen zur Welt gekommen.
|
Meerbusch/Krefeld. Der 20. Juli 1997 ist ein rabenschwarzer Tag in der Geburtshilfe des Uerdinger St. Josefshospitals. Morgens um 6 Uhr erscheint die hochschwangere Muna Abdi aus Lank drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit starken Unterbauchschmerzen im Krankenhaus – aus dem sie erst sechs Stunden zuvor „ohne auffälligen Befund“ entlassen worden war. Ein Kaiserschnitt muss durchgeführt werden – doch das Team ist nicht komplett. Die OP-Schwester erscheint mit 14-minütiger Verspätung. Statt der per Richtlinie vorgegebenen 20 Minuten dauert die Geburt 34 Minuten. In dieser Zeit erhält das Kind keinen oder nur unzureichenden Sauerstoff: Die Folge ist eine schwere Schädigung des Gehirns. Ein Gutachter stellt später fest, dass auch der Kinderarzt aus dem Klinikum zu spät zu Hilfe gerufen wurde. Um 7.45 Uhr wird das Neugeborene in die Kinderklinik verlegt. Oberlandesgericht fällte ein deutliches Urteil. Seither kämpft die aus Somalia stammende Mutter um Schadensersatz für den heute 14 Jahre alten Abschir. Obwohl das Düsseldorfer Oberlandesgericht in zweiter Instanz am 20. August 2009 den verantwortlichen Arzt und den Krankenhaus-Träger dazu verurteilte, ein Schmerzensgeld von 250 000 Euro zu zahlen und dem Kläger „alle materiellen Schäden zu ersetzen, die ihm infolge der fehlerhaften Geburtsleitung“ entstanden sind, haben sich die Verhandlungen mit der Versicherung des Krankenhauses als überaus zäh erwiesen. Denn es geht um viel Geld.
Eine Abfindung über 1,7 Millionen Euro, die ein Anwalt „hinter meinem Rücken“ mit der Aachen-Münchener Versicherung ausgehandelt hatte, lehnt Muna Abdi ab: „Ein Gutachter hat meinem Sohn eine normale Lebenserwartung bescheinigt. Ich möchte, dass die lebenslange Pflege sichergestellt ist.“
In all den Jahren hat Muna Abdi selbst ihren Sohn gepflegt – unterstützt von ihren drei Töchtern, von denen die älteste (19) inzwischen ein Studium in Münster begonnen hat.
Weil die beiden anderen Töchter noch zur Schule gehen, ist Abschir im Viersener Kinderhospiz untergebracht worden. Weihnachten hatte sich die Familie Abdi anders vorgestellt. |










_-_aerztepfusch-behandlungsfehler-rechtsanwalt-stefan-hermann-patientenanwalt-sabrina-diehl-schmerzensgeld_175x0.jpg)




